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Neue berufliche Herausforderung für Pastorin Petra Habenicht - leider verlässt sie nach 13 Jahren als Gemeindepastorin die Stadt Schwarzenbek |
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- schon am 30. August tritt sie ihre neue Pfarrstelle in Nordrhein-Westfalen an. Nach 15 Jahren verabschiedet sich Pastorin Petra Habenicht am 29. August in der Stadtkirche St. Elisabeth, Schwarzenbek um 14. Uhr in einem Abschiedsgottesdienst aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, schon am 30. August tritt sie ihre neue Pfarrstelle in Nordrhein-Westfalen an. Von 1995 bis 1997 war sie als PzA in der kleinen Gemeinde Ziethen bei Ratzeburg und hat die Gemeinde in dem Veränderungsprozess: weg von der Mecklenburgischen Landeskirche hin nach Nordelbien, als junge Pastorin begleitet. Ab November 1997 teilte sie sich dann mit Ihrem Ehemann Dr. Ingo Habenicht eine ganze Gemeindepastorenstelle in Schwarzenbek- sie war für die Gemeindearbeit, die Gottesdienste und die vielen jungen Familien zuständig, er kümmerte sich schwerpunktmäßig um das ‘Unternehmen Kirche’ mit 70 Mitarbeitern, der größten Kita im Bezirk, Friedhof, Kirchenbüro und Kirchenvorstand. Ab 2002 nahm Petra Habenicht dann die ganze Stelle allein ein und ihr Mann widmete sich anderen Aufgaben im diakonischen Bereich. Ein besonderes Anliegen war ihr in den Anfangsjahren die Arbeit mit jungen Familien. Das Kirchenzentrum St. Elisabeth mit Gemeindehaus, Familienbildungsstätte und der großen Kindertagestätte, die auch ihre Tochter Friederike besuchte, war Lebens– und Arbeitsmittelpunkt. Das Feiern besonderer Gottesdienste, der Konfirmandenunterricht und die Seelsorge sind auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der gemeindlichen Arbeit. Dabei war ihr immer wichtig eine hingewandte Kirche zu sein, die auf Menschen zugeht. So gibt es eine Besonderheit: zur Kirchengemeinde Schwarzenbek gehört das kleine Dorf Grabau. Einmal im Monat trifft sie sich dort im Feuerwehrgerätehaus um mit den Dorfbewohnern Kontakt zu halten: Abendbrot, Andacht und Absicht- aus diesen drei Elementen besteht der Abend und berührt ein weites Themenfeld von der historischen Figur Karls des Großen bis zu der Frage: Wie gehen wir in unserer Kirche bei Amtshandlungen mit Ausgetretenen um? Der Zeltgottesdienst einmal im Jahr ist selbst für kirchenferne Menschen ein wichtiger Termin, an dem sie ihre Pastorin zum Anfassen vor Ort haben. Die hingehende, zugewandte Kirche praktiziert Petra Habenicht auch auf dem Gut Lanken, wenn sie dort mit der integrativen Lebensgemeinschaft Gottesdienste feiert, oder wenn sie das Pfingstfest gern gottesdienstlich im Grünen bei den Schützen begeht. Durch dieses Hinausgehen erreicht sie viele Menschen, die eher nicht zum Gottesdienst kommen und hat der Kirche ein Gesicht gegeben. Unsere Pastorin kennen in Schwarzenbek sehr viele. Die Findung eines gemeinsam getragenen Leitbildes hat einen allgemeinen Diskurs aufgeworfen: was sind wir als Kirche in dieser Stadt? Diese große Öffentlichkeit hat dazu geführt, dass Kirchenvertreter selbstverständlich von Stadt, Vereinen und Verbänden zu allen Anlässen eingeladen werden und auch gerne kommen. Denn hier in Schwarzenbek ist Kirche eine wichtige Größe! Neben dieser Vernetzung in die Gesellschaft hinein freut sich Petra Habenicht seit Jahren über steigende Konfirmandenzahlen, zurzeit werden 60 jungen Menschen in 3 Gruppen in den Glauben eingeführt. Seit die eigene Tochter in die Pubertät kam, wurden Heranwachsende und deren Gedanken und Weltsichten für sie zunehmend interessant. Die große Frage, die sich in den Gruppen immer stellt: ‘Was hat Glaube mit meinem eigenen Leben zu tun?’ Petra Habenicht lacht: ‘Ich gelte als streng und bin mit großem Ernst im Einsatz, aber ich habe Freude an diesem Tun, und vermutlich spüren die Jugendlichen das und der Respekt, den ich Ihnen entgegenbringe, den geben sie auch zurück!’ Ein großes Erfolgsmodell ist der Begrüßungsgottesdienst der 60 Vorkonfirmanden: hierzu werden Eltern, Geschwister und Verwandte geladen. Und die Eltern werden gebeten die Kinder zu den Gottesdiensten zu begleiten. Oft kommt dann ein unerwartetes feedback: ‘ Es ist ja wirklich nett bei Euch, die Predigten sagen uns etwas, wie schön, den Sonntag so zu beginnen!’ Durch diese gezielte Ansprache kommen vermehrt auch Kinder aus Familien, die nicht in der Kirche sind. Selbstverständlich freut sich Petra Habenicht über diese Kinder und hat ein Anschreiben an die Eltern formuliert, das zum Wiedereintritt in die Kirche anregen soll und um ein wenig Geld für die Jugendarbeit bittet. Mit Erstaunen stellt sie fest, dass manche Eltern geradezu erleichtert sind, auf diese Weise völlig unspektakulär wieder einen Weg zur Kirche zu bekommen und über den persönlichen Kontakt mit der offenen Pastorin wieder Teil der evangelischen Gemeinde zu werden. Ab dem 30. August geht es dann in Rheda-Wiedenbrück mit zwei halben Stellen an einer Berufsschule und einem Gymnasium als Religionslehrerin weiter. Sie folgt ihrem Mann, Dr. Ingo Habenicht, der als designierter Vorsitzender des Vorstandes des evangelischen Johanneswerkes bereits seit Sommer 2009 dem zweitgrößten Diakonischen Träger Europas als Theologe angehört. In 2011 wird er dann dort Vorsitzender und zuständig sein für 6.000 Mitarbeiter, 70 Einrichtungen in NRW und ein Seniorenheim in Spanien. Beide empfinden es als Führung Gottes nun wieder als Familie an einem Ort zusammen zu sein. Jeder hat eine neue, anspruchvolle Aufgabe bekommen und beide nehmen diese berufliche Herausforderung gern an.
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