Die Geschichte des Herzogtum Lauenburgs Im 7./8. Jahrhundert besiedelte der Teilstamm der Polaben des slawischen Großstammes der Obotriten aus Osteuropa oder vom Balkan kommend den Nordteil des heutigen Kreises Herzogtum Lauenburg.
Zum Bild: Das Anveruskreuz aus dem 14./15. Jahrhundert am nordwestlichen Stadtrand von Ratzeburg. Es ist ein Radkreuz aus gotländischem Kalkstein. Es erinnert an den Abt Ansverus, der im Alter von 28 Jahren als Märtyrer starb. Ernst Barlach (1870 bis 1938) zeichnete das Anveruskreuz um 1888. Er lebte einige Zeit in Ratzeburg und ist auf dem St. Petri Friedhof im Osten der Stadt beigesetzt. 1143 Gründung der Grafschaft Ratzeburg. 1227 bis 1689 Herrschaft der askanischen Herzöge von Sachsen-Lauenburg im Land der Sadelbande mit Residenz in Lauenburg / Elbe und Land Ratzeburg mit Residenz in Ratzeburg. Endgültige Gebietsverluste in diesen Jahren durch Verpfändung u. a. 1370 Vierlanden, Amt Bergedorf; Teil des Sachsenwaldes an Lübeck später an Hamburg; Nusse-Behlendorf und Stadt Mölln (diese von 1359 bis 1683) an Lübeck. 1702 Nach Erbfolgestreitigkeiten fiel das Herzogtum an das Königreich Hannover mit Regierungssitz in Ratzeburg. 1815 Nach den napoleonischen Kriegen bis 1864 unter Dänemarks Königsherrschaft. 1865 Nach dem Sieg Preußen-Österreichs über Dänemark als Landkreis der Provinz Schleswig-Holstein im Königreich Preußen.
1919 - 1945 Landkreis ‘Herzogtum Lauenburg’ in der Zeit der Weimarer Verfassung und des Nationalsozialismus. 1945 Landkreis ‘Herzogtum Lauenburg’ an der deutsch-deutschen Grenze zur DDR bis 1990, seitdem an der Grenze der Bundesländer Schleswig-Holstein/ Mecklenburg-Vorpommern. Kirchengeschichte
10. Jahundert Erste Taufen unter den Polaben am Westufer des Ratzeburger Sees unter der Auswirkung der Missionsstrategie Otto des Großen (936-973). Um 1.000 Wahrscheinlich Bau einer Holzkirche im heutigen Stadtteil Ratzeburg Str. Georgsberg 1018 Gewaltiger Rückschlag für die Missionstätigkeit. 1044 Wiederaufnahme der Missionstätigkeit durch den bereits getauften Abodritenfürst Gottschalk. In St. Georgsberg wurde eine neue Feldsteinkirche mit Klosteranlage errichtet. Weiterhin Fortsetzung des slawisch-heidnischen Siwa-Kultes auf der heutigen Domhalbinsel Ratzeburgs. 1066 Erneuter gewalttätiger Slawenaufstand gegen die Christianisierung. Gottschalk wird in der Burg Lenze erschlagen. In Einhaus bei St. Georgsberg wird der Abt Ansverus mit seinen Mönchen durch Steinigung erschlagen, gleichzeitig werden Kirche und Kloster zerstört.
1093 Schlacht bei Schmilau: Sieg der Sachsen über die Slawen unter Herzog Magnus, dadurch Schutz der Christen für die Zukunft unter Heinrich dem Löwen (1129-1195) in Polabien /Lauenburg.
1154 Evermod wurde als erster Lauenburgischer Bischof eingesetzt, zuerst in St Georgsberg, dann in dem im Bau befindlichen Dom zu Ratzeburg.
1165 Baubeginn des Domes unter Heinrich dem Löwen, Einweihung im Jahre 1220.
12./14. Jahundert Aufbau kirchlicher Strukturen in Gemeinden mit eigenständigen Kapellengemeinden; Errichtung von Patronaten: 1243 Lauenburg/Elbe, 1301 in Ratzeburg St Petri; abgetrennt von St. Georgsberg. Um 1500 Starker Verfall der einheitlich kirchlichen Ordnung und Autorität im Lauenburgischen, Kloster in Kuddewörde nur von 1500 bis 1524.
1517-1519 Nach jahrzehntelangen Streitigkeiten zwischen den Lauenburgischen Herzögen und den Bischöfen am Ratzeburger Dom: Verhängung des Kirchenbanns über Herzog und Herzogtum.
ab1519 Erste lutherische Prediger in den Gemeinden aus Nordwestdeutschland und den Niederlanden, die sogenannten ‘verlaufenen Mönche’; Reformation beginnt im Lauenburgischen ‘von unten’. 1531 Einführung der Reformation in den Städten Lauenburg/ Elbe und Mölln.
1545 In fast allen Lauenburgischen Kirchengemeinden predigen lutherische Pastoren.
1550 Christoph von der Schulenburg wird als letzter römisch-katholischer Bischof für den Ratzeburger Dom gewählt.
1554 Christoph von der Schulenburg legt sein Bischofsamt nieder, tritt zwar zum Protestantismus über, aber überlässt das Bistum mit den Stiftsgemeinden für 10.000 Talern dem Herzog von Mecklenburg-Neu Strelitz; gleichzeitig Auszug der Prämonstratenser-Mönche; seit 1504 zu allgemeinen Priestern säkularisiert.
1566 Georg Usler wurde erster lutherischer Prediger am Dom zu Ratzeburg. 1565-82 Franz Baring wurde erster lutherischer Superintendent mit Amtssitz in Lauenburg/Elbe.
1585 Am 25. März wurde der Erlass der ‘Sächsisch-Lauenburgischen Kirchenordnung’ durch Herzog Franz II und dem Lübecker Superintendenten Pouchenius nach Lübecker Bugenhagen und Mecklenburger Vorlage; luth.orthodoxe Theologie und Bekenntnis; gleichzeitig in Lauenburg und Ratzeburg erstellt.
1705 Verlegung der Superintendantur von Lauenburg nach Ratzeburg. 1741 und 1841 Jeweils Einführung eines neuen Einheitsgesangbuches.
1818 Gründung der Ratzeburg-Lauenburgischen Bibelgesellschaft. 1845 Anschluss an die Arbeit der Dresden/Leipziger luth. Mission, gleichzeitig erste Lauenburgische Missionskonferenz (durchgeführt mit Unterbrechungen bis zum Jahr 2000).
1850 Einführung des Lauenburgischen Ornats/Talar unter dänischem Einfluss; Auflösung der Domschule und Gründung der ‘Lauenburgischen Gelehrtenschule’, Gründung eines Lehrerseminars in Ratzeburg/ Präparandeum.
1851 Erstes Lauenburgisches Landesmissionsfest, zweijährig durchgeführt mit Unterbrechungen bis 2009.
1876 Einführung der Schleswig-Holsteinischen Kirchen- und Synodalordnung und Verlegung des Lauenburgischen Konsistoriums nach Kiel.
1877 Gründung des Lauenburgischen Gotteskastens, später Martin Luther Bund.
1922 Die Verfassung der Schleswig-Holsteinischen Landeskirche garantiert weitestgehend die Selbständigkeit der Lauenburgischen Landessuperintendantur.
1958 Die Rechtsordnung der Schleswig-Holsteinischen Landeskirche bestätigt den eigenständigen Rechtsstatus der Landessuperintendantur Launeburg von 1922.
1976 Die Verfassung der Ev-Luth Kirche Nordelbiens integriert vorläufig die Landessuperintendantur Lauenburg als Kirchenkreis.
1979 Verabschiedung des letzten Landessuperintendenten Prof. Dr. Joachim Heubach als Bischof nach Bückeburg.
1980 Die Lauenburgische Synode beschließt im November in Mölln nach verlorenen Kirchenprozessen die Umstellung auf die Verfassung der NEK: Verlust der Selbständigkeit, stattdessen Kirchenkreis; Einführung des Propstenamtes anstatt Landessuperintendenten und damit Verlust der bischöflichen Rechte, 1981 Auflösung des Kreispatrontats für den Propsten.
1981 August: Einführung von Dr. Hermann Augustin, erster Propst für den ‘Kirchenkreis Herzogtum Lauenburg’.
2009 Die Kirchenkreissynode des fusionierten Ev.-Luth Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg gibt sich am 8. Mai eine Verfassung, nachdem der Kirchenkreis Herzogtum Lauenburg am 8. Okt. 2008 in Mölln auf seiner Synode zusammen mit der Lübecker Kirchenkreissynode einer Überleitungsvereinbarung zur Fusion beider Kirchenkreise zugestimmt hatte.
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