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  Aumühle

Aumühle

Bismarck Gedächtnis Kirche
Börnsener Str. 25, 21521 Aumühle

Pastor:
Dirk Süssenbach
Börnsener Str. 25, 21521 Aumühle
TelNr.04104-3050
E-Mail:süssenbach@kirche-aumuehle.de


Gemeindebüro:
Börnsener Str. 25
Tel.: 04104-3059
Öffnungszeiten:montags bis freitags 10 bis 12 Uhr
E-Mail: kirchenbuero@kirche-aumuehle.de

Kirchenmusik:
Susanne Bornholdt
Tel.: 04104-963707
E-Mail: bornholdt@kirche-aumuehle.de


Kindergarten:

Leiterin: Renate Pflug
Weidenstieg 2, 21521 Aumühle
Tel.: 04104-5174
E-Mail: kindergarten@kirche-aumuehle.de
Öffnungszeiten: 8 bis 15 Uhr

Friedhof:
Börnsener Str. 25
21521 Aumühle
Tel.: 04104-3059
E-Mail: kirchenbuero@kirche-aumuehle.de

Kirchenvorstand:
Beatrix Jenckel

Internetadresse:
http://www.kirche-aumuehle.de/


Baugeschichte:
Seit 1910 gibt es eine selbständige Aumühler Kirchengemeinde, zunächst noch mit der Nachbargemeinde Wohltorf zusammen. Viele Gottesdienste fanden im Bismarck-Mausoleum in Friedrichsruh statt. Der erste Weltkrieg verhinderte den Bau einer eigenen Kirche. Erst Ende der zwanziger Jahre konnte gebaut werden. Pastor Karl Giesecke war die treibende Kraft. Ein Preisrichterkollegium, zu dem unter anderem Otto Bartning und Martin Elsaesser gehörten, erteilte den Auftrag an die Architekten Heinrich Bomhoff und Hermann Schöne, die in Hamburg zum Beispiel das ehemalige Kirchenpauer-Realgymnasium am Hammer Steindamm gebaut haben oder Wohnhäuser in der Jarrestrasse (Winterhude). Es entstand eine Rundkirche im Stil der Hamburger spätexpressionistischen Architektur der späten zwanziger und beginnenden dreißiger Jahre (Chilehaus, Sprinkenhof). Am 30. Juli 1930 wurde die Kirche eingeweiht. Der Innenraum war ursprünglich getragen von einer großen Mittelsäule. Obwohl als Rundbau konzipiert, war es ein gerichteter Raum, der Altarraum aus dem Rund herausgezogen, als bühnenartiger Raum dem Halbkreis der Bänke gegenübergestellt. Wegen der Mittelsäule gab es keinen Mittelgang und keinen Haupteingang in der Mitte, sondern zwei Seiteneingänge, und dementsprechend in der Kirche zwei Gänge die auf den Altarraum zuführten.

Seine jetzige Gestalt hat der Innenraum durch einen grundlegenden Umbau gefunden (fertig gestellt 1967). Der Kirchenvorstand mit Pastor Hans-Jochen Arp hatte dazu den Architekten Friedhelm Grundmann und den Bildhauer Hans Kock beauftragt. Grundmann, ein Schüler von Martin Elsaesser, gehörte zu den, gerade auch für den Kirchenbau, wichtigen Hamburger Architekten seit Ende der fünfziger Jahre. Seine Zusammenarbeit mit Kock, einem Joseph Beuys verbundenen Bildhauer und Gestalter, hatte sich auch andernorts bewährt. (zum Beispiel bei der Simeon-Kirche in Hamburg-Hamm oder bei dem Eingangsbauwerk des U-Bahnhofs Lübecker Strasse in Hamburg). Anstelle der Mittelsäule wurden nun zwei schmale Stahlsäulen eingebaut, die den Träger stützen, der das Gewicht der Decke abfängt. Damit war die Möglichkeit gegeben, den Altar mehr in die Mitte zu rücken. Ein großer Lichtring betont den Altar als Mitte der Kirche. Ein Mittelgang wurde möglich, die Bänke um den Altar angeordnet. Die Gemeinde ist um den Altar versammelt zur Eucharistie, zum Gottesdienst. Altar, Kanzel und Taufbecken stammen von Hans Kock, gegossen aus weißgefärbtem Beton. Das Altarkreuz hat Hermann Jünger aus Taufkirchen(München) geschaffen, ebenso die Abendmahlsgeräte. Das Bild an der Rückwand, gestiftet von Gustav Dimanski und Elfriede Mollenhauer, ist eine Emailarbeit von Lioba Munz, einer Benediktinerin aus Fulda (1979). Zur ursprünglichen Ausstattung gehören die Glasmalereien mit den Darstellungen der Zwölf Apostel aus der Werkstatt von John Nickelsen in Hamburg. Die jetzige Orgel kommt aus der Hamburger Orgelbauwerkstatt von Rudolf von Beckerath (1962/1978). Es ist eine mechanische Orgel mit 32 Registern, verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv, Schwellwerk und Pedalwerk.

In dieser Baugeschichte spiegelt sich ein Weg, den die gottesdienstliche Gemeinde in Aumühle gegangen ist. Der eucharistische Gottesdienst mit Predigt und Abendmahl wurde zunehmend wichtiger gegenüber einem reinen Predigtgottesdienst. Aus einer "Zuhörerkirche" wurde eine Gemeindekirche.


Geschichte des Waldfriedhofs Aumühle
von Prof. Dr. med. Hartmut Goethe

Die Grabmal-, Pflege- und Bepflanzungsordnung des Friedhofs sagt:

Unser Aumühler Friedhof liegt mitten in den Wald eingebettet. Durch diese besonders schöne Lage entsteht gleichzeitig der Eindruck von Großzügigkeit und Geborgenheit.
Unter den hohen Bäumen verschwinden die Unterschiede zwischen den einzelnen Gräbern und Grabfeldern zugunsten des Eindrucks einer Gemeinsamkeit. Diesen besonderen Charakter zu erhalten, muss das Bestreben aller Freunde und Benutzer unseres Friedhofes sein. Eine Hilfe und Anweisung hierfür soll diese Grabmal-, Pflege- und Bepflanzungsordnung sein. Indem sie der Willkür des Einzelnen Grenzen setzt, will sie der Gemeinsamkeit dienen.

Die ursprüngliche, von Emil Specht gegründete Ansiedlung nannte sich Villenkolonie Sachsenwald-Hofriede und wurde mit dem Ortsteil Billenkamp zum heutigen Ort Aumühle. Im Jahre 1910 entstand die Kirchengemeinde Aumühle, bestehend aus den Gemeinden Wohltorf, Aumühle und Friedrichsruh. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörten Aumühle und Friedrichsruh zur Kirchengemeinde Brunstorf und Wohltorf zu Hohenhorn. Der erste Aumühler Pastor war Karl Wilhelm Giesecke, der, nachdem er für kurze Zeit Pastor in Brunstorf gewesen war, sich mit dem Vorstand der Kirchengemeinde Aumühle um die Einrichtung eines Friedhofes bemühte.

Im Jahre 1911 überließ die Fürstlich von Bismarck`sche Fidei Commiss-Herrschaft zu Friedrichsruh auf Veranlassung der Fürstin Herbert von Bismarck* der Kirchengemeinde etwa 1,8 ha. Waldland unentgeltlich zur dauernden und uneingeschränkten Nutzung als Friedhofsfläche.
Weitere 1,7 ha waren für den Bau einer Kirche nebst Pastorat vorgesehen. Der erste Friedhofsteil wurde nach dem Plan des Forstmeisters Titze von Gartenarchitekt Jürgens angelegt. Die erste Beerdigung fand bereits am 25.März 1911 statt. Kurz darauf wurde der Wohltorfer Reeder, Oscar Ott, dessen Grabstelle auch heute noch erhalten ist, bestattet. Anlässlich dieser Bestattung fand auch die feierliche Eröffnung des Friedhofes statt. Während des Jahres 1911 wurden bereits 15 Aumühler und Wohltorfer Bürger auf der damals noch tief im Walde liegenden Parzelle beigesetzt.
Die erste Friedhofsordnung wurde 1913 erlassen. In dieser wurde u.a. bestimmt, dass die Friedhofsverwaltung unter Aufsicht des Kirchenvorstandes einem Friedhofsausschuss übertragen wird. Bei den Grabstellen unterschied man Kauf-, Familien-, Wald- und Einzelgräber. Waldgräber mussten mehr als zwei Grabstellen haben. Auch konnten damals Gräber auf Friedhofsdauer erworben werden, eine Usance, die erst nach 1950 aufgegeben wurde. Die Ruhezeit betrug auf behördliche Anordnung damals 28 Jahre gegenüber 25 Jahren heute. Die Friedhofsordnung von 1913 enthält, ebenso wie die heutige, Bestimmungen über Grabmale und Bepflanzung. Deutlich erkennbar ist das Bemühen, einen Waldfriedhof unter möglichst weitgehendem Erhalt des natürlichen Landschaftsbildes zu gestalten.
Der ebenfalls bei Gründung der Kirchengemeinde geplante Kirchbau, dessen Einweihung zu Bismarcks 100. Geburtstag am 1. April 1915 vorgesehen war, konnte infolge des 1. Weltkrieges nicht ausgeführt werden. So benutzte die Kirchengemeinde die Kapelle des Bismarck-Mausoleums zu Friedrichsruh und gelegentlich auch die Schule sowie einen Gasthof für ihre Gottesdienste. Die geplante Kirche konnte erst 1930 als Bismarck-Gedächtnis-Kirche fertiggestellt werden. Eine geplante große Friedhofskapelle kam infolge der schlechten wirtschaftlichen Situation nach dem ersten Weltkrieg nicht zur Ausführung. Dagegen wurde 1924 ein Kriegerehrenmal errichtet, das 1957 umgestaltet und 1959 mit einem dahinterliegenden großen Kreuz versehen wurde.
Der Friedhof in den ursprünglichen Urkunden als Kirchhof bezeichnet weist gerade in seinen ältesten Teilen, die links und rechts der Hauptachse zwischen Haupteingang und Ehrenmal liegen, besonders gestaltete, große Familiengrabanlagen auf. Mit dem Bevölkerungswachstum wurde nach 1945 der Friedhof zu klein und musste erweitert werden. Dies erfolgte zum ersten Mal 1950, als eine Verdoppelung der ersten Nutzfläche in südwestliche Richtung vorgenommen wurde. Auch dieses Stück hat Fürst Otto von Bismarck durch die Fürstlich von Bismarck’sche Verwaltung unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Das anhaltende Bevölkerungswachstum der Orte Aumühle und Wohltorf sowie die Neugründung Krabbenkamp, dessen Kirchengemeindemitglieder Wohltorf angeschlossen wurden, machte eine weitere vorsorgliche Erweiterung im Jahre 1984 erforderlich. Wiederum stellte Fürst Ferdinand von Bismarck ein ca. 2 ha großes, im Südosten angrenzendes Waldstück, unentgeltlich zur Verfügung. Diese Fläche, die sich größtenteils heute noch als natürliche Waldlandschaft darstellt, wurde alsbald gemeinsam mit den alten Friedhofsteilen dauerhaft eingezäunt.

Die Wegeanlage der Erweiterungsfläche des Jahres 1950 wurde nicht in der Art des ursprünglichen ersten Friedhofsteils vorgenommen, bei der noch die Hamburg-Ohlsdorfer Anlage nach den Plänen von Forstmeister Titze Pate gestanden hatte; vielmehr wurden bogenförmige Wegegruppen nach Plänen des Gartenbauarchitekten von Schierstädt angelegt. Der Anschluss an die ursprüngliche Fläche konnte nur eingeschränkt gelingen, da die ursprünglichen Pläne offensichtlich eine Erweiterung nicht vorgesehen hatten. So musste der erweiterte Teil ohne eine deutlich erkennbare Hauptachse auskommen.
Die zweite Erweiterung im Jahre 1984 hatte in Bezug auf den Wegeanschluss an die älteren Teile mit noch größeren Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Verlängerung der ursprünglichen Hauptachse über das Ehrenmal hinaus war nicht möglich, da dieses die Achse abschließt. Nur durch die Verlegung eines alten, auf Friedhofsdauer angelegten Grabes von Georg von Schönerer und seiner Frau, konnte eine auch für Beerdigungswagen geeignete Wegeanbindung um das Ehrenmal herum geschaffen werden. Nur an wenigen Stellen lassen sich weitere Fußwegübergänge zwischen den älteren Teilen und dem neuen Gebiet schaffen. Auf dem neuen Teil befindet sich auch das 1998 angelegte Grabfeld für namenlose Bestattungen mit einem Gedenkstein, dessen Inschrift lautet: Gott kennt ihre Namen. Ein weiterer, im Jahre 2001 errichteter Gedenkstein, erinnert an die hier begrabenen und später größtenteils umgebetteten russischen Kriegsgefangenen.
Das einzige Gebäude auf dem Friedhof ist das Mausoleum der Familie von Dassel. Das Gebäude wird als historisches Monument von der Friedhofsverwaltung unterhalten und betreut.
Der Waldfriedhof Aumühle hat erfreulicherweise seinen ursprünglichen Waldcharakter behalten. Während seiner über 90-jährigen Geschichte hat sich der Friedhofsausschuss stets bemüht, den Wald zu erhalten und den Baumbestand zu pflegen. Der urtümliche Sachsenwaldcharakter wird auch erkennbar an den vier prähistorischen Grabhügeln, die sich auf dem Friedhofsgelände befinden und sorgsam gepflegt werden.

Unser Kolumbarium in Aumühle

Das frühere Mausoleum von Dassel ist jetzt das "Kolumbarium".
Dort gibt es insgesamt 60 Einzel- und 10 Doppelfächer für die Einstellung von Urnen. Die Nutzungsdauer beträgt 25 Jahre. Das Kolumbarium ist hell und freundlich, aber auch würdevoll gestaltet. Sitzmöglichkeiten sind vorhanden. So kann der Verstorbenen in der Ruhe des Mausoleums mitten im Wald still gedacht werden.

Was ist ein Kolumbarium ?

In einem Kolumbarium (Urnenhaus) können Urnen in Wandnischen oder speziellen Urnenfächern eingestellt werden. Die Fächer werden mit Glasplatten verschlossen, auf denen Namen und Lebensdaten der Verstorbenen eingraviert werden. Da die Urnen sichtbar bleiben, können auch spezielle Schmuckurnen aufgestellt werden.

Der Name "Kolumbarium" hat eine antike Tradition: im alten Rom wurden Urnen in übereinanderliegenden Nischen beigesetzt, die an Taubenschläge erinnern konnten.
Der lateinische Name für "Taube" lautet "columba", und
von diesem Wort leitet sich "Kolumbarium" ab.


Die Vorteile eines Kolumbariums ...
... sind vielfältig: zu der Gebühr für die Nutzung eines Urnenfaches kommen lediglich Kosten und Gebühren für die Beschriftung der Glasplatte hinzu. Alle anderen Kosten, wie die für den Kauf eines Grabsteines (und seiner Beseitigung nach Ablauf der Nutzungsdauer), vor allem aber die Kosten für Bepflanzung und Pflege eines Grabes
entfallen bei dieser Form der Beisetzung.

Wo finde ich das Kolumbarium ?

Das Kolumbarium finden Sie etwa 50 m links vom sog. "Ehrenmal", welches sich am Ende des Hauptweges befindet. Es ist mit seinem gestaffelten, kupfernen Dach, der farbigen Doppeltür und den schön gestalteten Säulen
vor dem Eingang nicht zu übersehen.

Kolumbarium Aumühle - Gebühren:

Einstellfächer im Kolumbarium (Nutzungsdauer 25 Jahre):
1.a) Einzelfach (Einstellplatz für eine Urne): 2.400,00 €
b) Doppelfach (Einstellplatz für zwei Urnen): 4.800,00 €

Die Kosten der Glasplatte sind in diesen Gebühren enthalten,
nicht jedoch die einer Beschriftung.
2. Für die Genehmigung der Oberflächengestaltung der Glasflächen
vor den Einstellfächern im Kolumbarium 15,00 €

(Achtung: Die vorgenannten Angaben werden unter Vorbehalt gemacht, da die entsprechende Gebührenordnung durch die Gremien noch nicht genehmigt ist!).

Dr. Michael Purrucker
ehem. Vorsitzender des Friedhofsausschusses
Aumühle/Wohltorf


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